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24. Juli: Benjamin Franklin (Frank) Wedekind in Hannover geboren.
Mutter: Emilie Wedekind geb. Kammerer, gesch. Schwegerle (1840-1916),
Vater: Dr. med. Friedrich Wilhelm Wedekind (1816-1888).
Die Eltern hatten sich 1860 in Amerika kennen gelernt und heirateten 1862
in San Francisco. Das Ehepaar kehrt 1864 nach Deutschland zurück. Frank
ist das zweite von sechs Kindern: Armin (geb. 1863), William Lincoln (geb.
1866), Erika Frieda Marianne (geb. 1868), Donald Lenzelin (geb. 1871) und
Emilie (geb. 1876). |


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Der Vater, Gegner des wilhelminischen Kaiserreiches, verlässt
aus politischen Gründen Deutschland und erwirbt Schloss Lenzburg, Kanton
Aargau, in der Schweiz. |
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Franklin geht seit Herbst 1872 in die Lenzburger Gemeindeknabenschule. |
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Franklin besucht die Bezirksschule in Lenzburg. |
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| Eines der ältesten Gedichte "De scriptore" entsteht. |
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Wechsel auf die vierklassige Kantonsschule (oberes Gymnasium) in Aarau.
In die zweite Klasse wird er nur provisorisch promoviert und in die dritte
Klasse nicht versetzt. Gründung des Schülerzirkels "Senatus
Poeticus oder Dichterbund" zusammen mit Walter Laué, Adolph
Vögtlin und Oskar Schibler. Das Kinderbuch "Der Hänseken"
für die jüngste Schwester Emilie entsteht, mit Zeichnungen seines
Bruders Armin (Erstausgabe Langen 1896). |


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Der Vater nimmt ihn von der Schule; Franklin erhält Privatunterricht.
Im Sommer entstehen Schäfergedichte, die 1908 in "Felix und Galathea"
veröffentlicht werden. Im Herbst Fortsetzung des Schulbesuchs in Aarau, Eintritt in die zweite
Klasse. Selbstmord des Aarauer Primaners Franz Oberli. |
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Gründung des Freundschaftsbundes "Fidelitas" zusammen mit
Minna von Greyerz, Anny Barck und dem Bruder Armin. Intensive Goethe- und
Heinelektüre. Einführung in die Philosophie des Pessimismus durch
die Schriftstellerin Olga Plümacher, Franklins "philosophische
Tante". Beginn der Beziehung zur "erotischen Tante" Bertha
Jahn. Provisorische Versetzung in die Oberprima. |
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Maturitäts-Examen. In der Festzeitung zum Eidgenössischen Turnfest
in Aarau wird sein Gedicht "Turngruß" gedruckt. Erste selbständige Veröffentlichung:
"Prolog zur Abendunterhaltung der Kantonsschüler". Sommersemester:
Studium deutscher und französischer Literatur in Lausanne. Auf Wunsch
des Vaters Beginn des Jura-Studiums an der Universität München.
Eifriger Besuch von Museen, Theatern und Konzerten, insbesondere auch des
Musiktheaters Richard Wagners. |
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Außer Gedichten erste novellistische Versuche: "Galathea"
und "Fanny". Beginn der Arbeit an "Der Schnellmaler
oder Kunst und Mammon. Große tragikomische Originalposse in drei Aufzügen",
die ihn mit Unterbrechungen bis zum Frühling 1888 beschäftigt (EA 1889). |
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Kontakt mit Michael Georg Conrad und Freundschaft mit Karl Henckell. Wedekind
gesteht den Eltern, sein Jura-Studium vernachlässigt zu haben. Streit
und Bruch mit dem Vater, der ihm jede finanzielle Unterstützung entzieht.
Im November über Henckell Vermittlung einer Stelle als Vorsteher des
Reklame- und Pressebüros der Firma Maggi & Co. in Kempttal bei
Zürich. |


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Januar: Im Auftrag Julius Maggis Reise nach Leipzig zur "I. Internationalen
Ausstellung für Kochkunst und Volksernährung". April: Lösung
des Arbeitsvertrages, freier Reklame-Mitarbeiter bei Maggi & Co. bis
Juli. Feuilletons für die "Neue Zürcher Zeitung", welche
auch die Erzählung ""Gährung. Eine Charakterskizze"
druckt. Beginn der Freundschaft mit dem Zirkusclown, Maler und Tenor Willy
Morgenstern (Rudinoff). In Zürich schließt sich Wedekind dem
literarischen Kreis um Karl Henckell und Carl Hauptmann an. Nietzsche-Lektüre.
Wedekinds Versuch, als Journalist Fuß zu fassen, misslingt. Annäherung
zwischen Vater und Sohn. |
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Der Vater verlangt, dass Franklin zum Sommersemester 1888 in Zürich
wieder sein Jura-Studium aufnimmt. Er lernt u.a. Gerhart Hauptmann und John
Henry Mackay kennen. Persönliche und literarische Differenzen zu Gerhart
Hauptmann. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters (ll.X.) setzt Franklin
sein Studium nicht mehr fort. Rückkehr nach Lenzburg. |
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Aufenthalt in Berlin, wo er Kontakte zum Friedrichshagener Kreis und zu
Otto Erich Hartleben knüpft. Im Juli Übersiedlung nach München.
Hier entsteht die Komödie "Kinder und Narren" (EA 1891; späterer
Titel::
"Die junge Welt"). Kontakte zum Naturalisten-Kreis
um Conrad; Bekanntschaft mit Otto Julius Bierbaum, Oskar Panizza, Hanns
von Gumppenberg; Freundschaft mit dem Musiker Hans Richard Weinhöppel.
"Der Schnellmaler" erscheint. |
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"Kinder und Narren" im Sommer beendet. Ab Oktober: Arbeit an "Frühlings
Erwachen. Eine Kindertragödie" (abgeschlossen April 1891). |
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In einem Sammelband der Münchner Moderne, "Modernes Leben",
werden neben Dichtungen von Bierbaum, Conrad, Anna Croissant-Rust, Gumppenberg,
Panizza, Ludwig Scharf, Georg Schaumberg und Julius Schaumberger auch acht
Gedichte Wedekinds veröffentlicht. Wedekind publiziert jetzt unter
dem Namen: Frank Wedekind. Wiederbegegnung mit Rudinoff. Seit Mitte
des Jahres Arbeit an "Der Liebestrank" (EA 1899; späterer Titel:
"Fritz Schwigerling"). Aufenthalt
im Herbst in Lenzburg. Die bevorstehende Auszahlung des väterlichen
Erbteils beflügelt den Entschluss, für einen längeren
Aufenthalt nach Paris zu reisen. "Frühlings Erwachen" wird
von Jean Groß (Zürich) verlegt. "Das neue Vater Unser"
erscheint als Privatdruck. |
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Theater, Oper, Ballett, Varieté und Zirkus interessieren Wedekind
in Paris. Enge Beziehung zu der bereits in München mit ihm bekannten
Malerin Käthe Juncker. Freundschaftliches Verhältnis mit Weinhöppel.
Anregungen zur Pantomime, Ballett-Libretti. Wie schon seit 1888 führt
er auch in Paris über seine Lebensverhältnisse, seine Beziehungen
zu Künstlerinnen, Künstlern und Grisetten, Tagebuch. Arbeit an
der Monstretragödie "Die Büchse der Pandora". Besuch
des Friedenskongresses in Bern. Wiederbegegnung mit Rudinoff. |
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Bekanntschaft mit Emma Herwegh, der Witwe des Dichters Georg Herwegh. Aufenthalt
im Sommer in der Schweiz. |
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Januar: Reise nach London; er bleibt dort bis Mitte Juni. Bekanntschaft
in London mit Georg Brandes. In Paris lernt er Lou Andrea-Salomé,
August und Frida Strindberg, Willy Grétor und Albert Langen kennen.
Das "Pandora"-Manuskript wird vom neugegründeten Albert Langen
Verlag nicht angenommen. Der Autor beginnt das Werk umzuarbeiten. |
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Im Januar verlässt Wedekind Paris und reist nach Berlin. "Der
Erdgeist. Tragödie in vier Aufzügen" (Neufassung des ersten
Teils der "Büchse der Pandora") erscheint bei Langen. Kontakte
zu Autoren der "Berliner Moderne". Im Sommer Reise nach München,
von dort nach Lenzburg und Zürich, wo er als Rezitator unter dem Namen
Cornelius Mine-Haha seinen Lebensunterhalt zu verdienen sucht. Kontakt zur
"Neuen Zürcher Zeitung". Dort erscheint sein Essay "Schriftsteller Ibsen und 'Baumeister Solneß'". Arbeit an
dem unvollendet gebliebenen Roman "Mine-Haha". |
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März: Zur Gründung der illustrierten Wochenschrift "Simplicissimus"
(Verlag Albert Langen) Reise nach München. Enge Beziehung zu Frida
Strindberg. Kontakt zu Emil Meßthaler, der 1896 sein "Deutsches
Theater" eröffnet. Regelmäßige Veröffentlichungen
im "Simplicissimus " unter wechselnden Pseudonymen. |
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Veröffentlicht werden der Sammelband "Die Fürstin Russalka"
und die umgearbeitete Fassung von "Kindern und Narren", "Die
junge Welt". Im August: Geburt des Sohnes Friedrich Strindberg.
Im September: Aufenthalt bei der Schwester Erika, Hofopernsängerin
in Dresden. Der Einakter "Der Kammersänger" (EA 1899) entsteht. Einladung
zu einem Vortrag nach Leipzig durch die von Kurt Martens geleitete "Literarische
Gesellschaft". |
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In Leipzig verpflichtet ihn Carl Heine als Sekretär, Schauspieler und
Regisseur für sein neugegründetes Ibsen-Theater. Heine übernimmt
im Auftrag der "Literarischen Gesellschaft" die Regie zu "Der
Erdgeist", Uraufführung am 25. Februar. Wedekind spielt die Rolle
des Dr. Schön. März-Juni: Tournee des Ibsen-Theaters. Leipziger
Uraufführung des "Liebestranks". Georg Stollberg, der Oberregisseur
des Münchner Schauspielhauses, 1895 von Max Halbe als "Intimes
Theater" gegründet, engagiert den Autor als Dramaturgen und Schauspieler.
29. Oktober: Münchner Premiere des "Erdgeists". Nach der
Premiere setzt sich Wedekind ins Ausland ab. Die Polizei sucht ihn wegen
des im "Simplicissimus" veröffentlichten satirischen Gedichts
auf Kaiser Wilhelm II. in Haft zu nehmen, Grund: Majestätsbeleidigung.
Aufenthalt in Zürich, Treffen mit dem ebenfalls flüchtigen Verleger
Albert Langen. Erster Entwurf eines neuen Stückes "Ein Genußmensch".
22. Dezember: Abreise nach Paris. |


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Seine Hoffnungen, als Dramatiker in Paris zu Erfolg zu kommen, erfüllen
sich nicht. Er arbeitet an dem Schauspiel "Ein gefallener Teufel"
(späterer Titel: "Der Marquis von Keith"). Reist Ende Mai
nach Deutschland und stellt sich der Polizei. Nach langer Untersuchungshaft
in erster Instanz zu Gefängnis verurteilt und in zweiter Verhandlung
zu sechs Monaten Festungshaft auf der Burg Königstein, Sächsische
Schweiz, begnadigt. Uraufführung von "Der Kammersänger"
in Berlin. |
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Am 3. Februar aus der Haft entlassen. Unter dem Titel "Münchner
Scenen. Nach dem Leben aufgezeichnet" erscheint in der Zeitschrift
"Die Insel" der "Marquis von Keith". Schauspielunterricht
bei Fritz Basil. Hildegard Zellner, Hausmädchen bei Wedekind. |
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April: Eröffnung des Kabaretts der "Elf Scharfrichter" in
München. Wedekind singt dort nach eigenen Kompositionen seine Lieder
und Balladen zur Gitarre. Reise mit Halbe, Keyserling und Weinhöppel
nach Italien. Geburt des Sohnes Frank Zellner. Oktober: Durchfall
der "Marquis"- Uraufführung in Berlin. Arbeit an dem Drama
"So ist das Leben" (EA 1902; späterer Titel: "König Nicolo oder
So ist das Leben"). |


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Februar: Uraufführung von "So ist das Leben", Münchner
Schauspielhaus, veranstaltet vom "Akademisch-Dramatischen Verein";
dessen Mitglied ist auch Wedekind. März: Pantomime "Die Kaiserin
von Neufundland" bei den "Elf Scharfrichtern". Dezember:
Erfolgreiche "Erdgeist"-Aufführung am "Kleinen Theater"
mit Gertrud Eysoldt in der Hauptrolle. |
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"Die Büchse der Pandora. Tragödie in drei Aufzügen",
die Neufassung des zweiten Teils der Monstretragödie, erscheint in
der "Insel". Im Sommer Aufenthalt in Lenzburg: Beginn der Arbeit
an dem Schauspiel "Hidalla oder Sein und Haben" (EA 1904; späterer
Titel: "Karl Hetmann, der Zwergriese"). Das Romanfragment "Mine-Haha"
erscheint bei Langen. |
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Februar: Uraufführung der "Büchse der Pandora" an Emil
Meßthalers "Intimen Theater", Nürnberg. Bekanntschaft
mit Maximilian Harden und Walther Rathenau in Berlin. 23. Juli: Beschlagnahmung
der Buchausgabe der "Büchse der Pandora" (1903) wegen Verbreitung
unzüchtiger Schriften durch den Verleger Bruno Cassirer und den Autor
Frank Wedekind. |
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Februar: Uraufführung von "Hidalla" in München. Enge
Beziehung zu Bertha Maria Denk. Arbeit an "Totentanz" (späterer
Titel: "Tod und Teufel"); Erstdruck in der "Fackel",
seiner Braut Bertha Maria gewidmet. 14. Mai: erster Prozess wegen der
Veröffentlichung der "Pandora" vor dem Landgericht I, Berlin,
in zweiter Instanz am 25. Oktober vor dem Reichsgericht Leipzig. 29. Mai:
Im Wiener Trianon-Theater, veranlaßt durch Karl Kraus, Premiere (geschlossene
Veranstaltung) der "Büchse der Pandora". Die Hauptrolle spielt
Mathilde (Tilly) Newes, Karl Kraus den Prinzen Kungu Poti, Wedekind den
Mörder Jack. Victor Barnowsky, Leiter des "Kleinen Theaters"
in Berlin, engagiert Tilly Newes. Max Reinhardt verpflichtet Wedekind ans
"Deutsche Theater" (bis Oktober 1907). Enge Beziehung zu Tilly
Newes. Unter dem Titel "Die vier Jahreszeiten" erscheinen die
gesammelten Gedichte. |
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Arbeit an "Die Zensur", erstveröffentlicht in der Wochenschrift
"Morgen" (1908). |
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Uraufführung von "Musik" in Nürnberg und von "Zensur"
in München. Wedekinds sog. Albert-Langen-Drama "Oaha" (UA
1911) erscheint. Die Verlagsrechte an den meisten Werken Wedekinds gehen
vom Verlag Langen an den neuen Verleger Bruno Cassirer über. Umzug
von Berlin nach München. |
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Der Einakter "Der Stein der Weisen" (UA 1911) entsteht. Vorabdruck
in der Zeitschrift "Jugend". Beginn der Arbeit an dem Dreiakter
"Schloß Wetterstein" (EA 1912, UA Zürich 1917). |
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Wechsel zum Verlag Georg Müller. Die drei Einakter "In allen Sätteln
gerecht" (Komödie), "Mit allen Hunden gehetzt" (Schauspiel)
und "In allen Wassern gewaschen" (Tragödie), später
zusammengefasst
zu "Schloß Wetterstein", erscheinen. "Schauspielkunst.
Ein Glossarium" veröffentlicht. In Darmstadt: Gast bei Großherzog
Ernst Ludwig von Hessen und Besuch der Künstlerkolonie. |
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Plan zu einem weiblichen Faust: "Franziska" (im November abgeschlossen,
UA 1912). Geburt der Tochter Kadidja (6.VIII.). |
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Wie bereits in den Jahren zuvor zahlreiche Gastspiele, u.a. in Elberfeld,
Nürnberg und Stuttgart. Juni 1912: erster Wedekind-Zyklus an Reinhardts
"Deutschem Theater". Festbankett zu Ehren des Autors in Berlin
unter Teilnahme von Helene Stöcker, Max Reinhardt, Werner Sombart,
Alfred Kerr u.v.a. Einladung nach Stuttgart durch den König von Württemberg
anlässlich der Eröffnung des neuen Hoftheaters. |
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Das dramatische Gedicht in drei Akten "Simson oder Scham und Eifersucht"
(UA 1914 in Berlin) entsteht. Juni/Juli: Reise nach Rom. |
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Zweiter Wedekind-Zyklus am "Deutschen Theater" in Berlin. Ende
Juni/Anfang Juli: Reise nach Florenz und von dort nach Paris. Ehrungen
zu Wedekinds 50. Geburtstag in München und Berlin. Das "Wedekindbuch",
hrsg. v. Joachim Friedenthal, erscheint als Ehrengabe. Bei einer "Vaterländischen
Feier" in den Münchner Kammerspielen (18.IX) anlässlich
des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges hält Wedekind einen Vortrag mit
dem Titel "Deutschland bringt die Freiheit", in dem es u.a. heißt:
"Frankreich glaubt sich vom furor teutonicus, von der rohen
Gewalt, von der numerischen Übermacht überwältigt. Die 42-Zentimeter-
Geschosse haben nicht das geringste mit furor teutonicus zu tun,
sie sind das Ergebnis der allerstrengsten positiven Wissenschaften, der
Mathematik, der Physik und der Chemie." Und er beendet seine Rede mit
den Worten: "Wird des jungen deutschen Reiches Heldenkampf vom Siege
gekrönt, dann wird auch den Söhnen Deutschlands ein Vaterstolz
daraus erwachsen, der durch seine Selbstverständlichkeit und durch
seine sittliche Würde über grellem Hurrapatriotismus, über
engherziger Erbfeindschaft gleich hoch erhaben ist." - Dezember: Blinddarmoperation. |
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Mit Kriegsbeginn werden von der Zensur zahlreiche Wedekind-Aufführungen
für unerwünscht erklärt. Vielfach verweigern deutsche Bühnen
auf Druck konservativer Öffentlichkeit die Annahme von Werken des Autors.
Das im August 1914 begonnene historische Drama "Bismarck" wird
im Oktober 1915 abgeschlossen, Erstdruck in der Zeitschrift "Neuer
Merkur" (UA 1926). Wedekind wird, von Rathenau dazu aufgefordert, Mitglied
der die deutsche Politik stützenden "Deutschen Gesellschaft 1914".
April: zweite Blinddarmoperation. Unter dem Eindruck von Todesgedanken vernichtet
Wedekind einen Teil seiner Tagebücher.
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Am 25. März stirbt Wedekinds Mutter. "Überfürchtenichts",
ein im November des Vorjahres begonnenes balladeskes Spiel, wird im August
beendet (EA 1917, UA 1919). Neufassung des Schauspiels "Oaha"
unter dem Titel "Till Eulenspiegel. Komödie in vier Aufzügen"
(UA München 1916) publiziert. |
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Anfang des Jahres dritte Blinddarmoperation. Zwischen Oktober 1916 und März
1917 entsteht "Herakles. Dramatisches Gedicht in drei Akten" (EA
1917, UA in München 1919). Gastspiele in Deutschland und in der Schweiz.
Die Nachricht vom Selbstmordversuch seiner Frau veranlasst Wedekind
zur Rückkehr nach München. |
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| 2. März: vierte Blinddarmoperation. Herzschwäche und eine Lungenentzündung
führen am 9. März den Tod herbei. Wedekind wird am 12. März
auf dem Münchner Waldfriedhof unter großer öffentlicher
Anteilnahme beigesetzt. |
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